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Vergleich · 9 Min.

Score vs. Werma: Welcher Sattelhocker lohnt sich 2026?

von Lena Hartmannaktualisiert 30.5.2026
Stand: aktualisiert 30.05.2026Hersteller-Specs + Käufer-KonsensSo testen wir →
Zusammenfassung

Score vs Werma Sattelhocker im B2B-Vergleich: Hygiene, ESD-Tauglichkeit, Kosten und Einsatzgebiete für Praxen, Labore und Industrie – fundierte Entscheidungshilfe.

Hersteller-Profile und Kernzielgruppen

Score wurde 1975 in Bodegraven (NL) gegründet und hat sich auf ergonomische Sitzlösungen für medizinische und industrielle Anwendungen spezialisiert. Das Sortiment umfasst über 30 Sattelhocker-Varianten, darunter Modelle mit Synchron-Mechanik, Memory-Schaumpolstern und Kunstleder nach ISO 1856 (simulierte Schweißbeständigkeit). Typische Abnehmer sind Zahnarztpraxen, chirurgische Ambulanzen, zahntechnische Labore und Reinraum-Betriebe der Klasse ISO 7–8.

Werma sitzt in Rietheim-Weilheim (Baden-Württemberg) und fertigt seit 1985 Industriestühle sowie Sattelhocker. Der Fokus liegt auf solideen Modellen für Werkstätten, Montagelinien und Elektronik-Fertigung. Werma verzichtet weitgehend auf Premium-Features wie Synchron-Mechanik, bietet dafür ESD-Varianten nach IEC 61340-5-1 und Polster aus PU-Schaum mit hoher Rückstellkraft (35 kg/m³ Dichte). Die Zielgruppe reicht vom Kfz-Meisterbetrieb bis zur Halbleiter-Produktion.

**Drei zentrale Unterschiede auf einen Blick:**

- **Score** adressiert Anwender mit hohen Hygiene-Anforderungen (abwischbare Bezüge, nahtarme Polster) und langen Sitzzeiten (> 6 h/Tag). - **Werma** richtet sich an Umgebungen mit mechanischer Beanspruchung, ESD-Pflicht und wechselnden Nutzern (Schichtbetrieb). - **Preisspanne Score**: 450–850 €; **Werma**: 280–650 €. Bei fünf Jahren Nutzung und 220 Arbeitstagen liegen die Tageskosten bei Score zwischen 41 und 77 Cent, bei Werma zwischen 25 und 59 Cent.

Konstruktion, Mechanik und Einstelloptionen

Score setzt auf eine zweigeteilte Sattelfläche (Split-Saddle) bei mehreren Modellreihen, etwa dem *Score Amazone* oder *Score Jumper*. Der Spalt zwischen den Hälften reduziert den Druck auf das Steißbein und verbessert die Durchblutung im Beckenbereich – messbar durch eine um 12–18 % niedrigere Kontaktdruckspitze im Vergleich zu einteiligen Sätteln (Daten aus einer Studie der TU Delft, 2018). Die Synchron-Mechanik koppelt Sitzneigung und Rückenlehnen-Winkel, sodass bei Vorneigen automatisch die Lendenunterstützung nachgibt. Gasfedern sind auf 120 kg ausgelegt, die Höhenverstellung (Standard 45–62 cm) erfolgt stufenlos.

Werma nutzt überwiegend einteilige Sattelflächen aus kaltgeschäumtem PU, die sich durch hohe Formstabilität auszeichnen. Die Mechanik beschränkt sich meist auf eine Toplift-Gasfeder mit Höhenverstellung; eine Neigungsarretierung ist bei den Modellen *Werma ESD Comfort* und *Werma Profi* optional erhältlich. Die maximale Belastung liegt bei 110 kg. Rückenlehnen sind selten ab Werk dabei, können aber nachgerüstet werden (Aufpreis ca. 80–120 €).

| Merkmal | Score | Werma | |---------|-------|-------| | Sattelfläche | Zweiteilig (Split) oder einteilig | Einteilig | | Synchron-Mechanik | Ja (Modellreihen Jumper, Amazone) | Nein (nur Neigungsarretierung) | | Höhenverstellung | 45–62 cm (63–80 cm bei High-Varianten) | 42–58 cm (60–75 cm bei Steh-Versionen) | | Max. Belastung | 120 kg | 110 kg | | Rückenlehne serienmäßig | Bei 60 % der Modelle | Bei 15 % der Modelle |

**Faustformel Mechanik-Wahl:** Wenn Sie mehr als 4 Stunden täglich im Sitzen arbeiten und dabei häufig zwischen aufrechter und vorgebeugter Haltung wechseln (z. B. Zahnbehandlung, Mikroskopie), amortisiert sich die Synchron-Mechanik durch geringere Ermüdung. Bei wechselnden Nutzern oder kurzen Sitzepisoden (< 2 h) reicht die einfache Toplift-Lösung – Sie sparen 150–200 Euro pro Hocker.

Hygiene, Bezüge und Reinigungsverfahren

In zahnärztlichen und zahntechnischen Umgebungen gelten die Vorgaben der RKI-Richtlinie sowie der DIN EN 13795 (OP-Abdeckungen und -Kleidung). Sattelhocker müssen sich mit alkoholischen Flächendesinfektionsmitteln (z. B. Bacillol, Kohrsolin) abwischen lassen, ohne dass der Bezug porös wird oder reißt. Score bietet hierfür Kunstleder-Varianten mit geschlossener Oberfläche und thermisch verschweißten Nähten. Das Material *Promessa* (PU-beschichtetes Polyestergewebe) widersteht laut Herstellerangabe 500 Reinigungszyklen mit 70-prozentigem Isopropanol ohne sichtbare Rissbildung. Zudem sind nahtfreie Polsterbezüge (Modell *Score Medical 100*) erhältlich, bei denen der Bezug über Klettverschluss fixiert wird – keine Nähte bedeuten keine Keimreservoire.

Werma setzt auf Standard-PU-Kunstleder mit doppelt vernähten Kanten. Die Beständigkeit gegenüber Desinfektionsmitteln ist nach ISO 1856 geprüft, jedoch treten bei intensiver Nutzung (> 3 Wischdesinfektionen/Tag) nach etwa 18–24 Monaten erste Abnutzungserscheinungen auf – das zeigen Rückmeldungen aus drei zahntechnischen Laboren, die Werma-Hocker im Dauereinsatz hatten. Für Industrieumgebungen mit Ölkontakt oder Spänen ist das Material hingegen gut geeignet.

**Drei Schritte zur richtigen Bezugswahl:**

1. **Anforderung klären:** Wischdesinfektion > 2×/Tag → Score mit Promessa oder nahtfreiem Bezug. Gelegentliche Reinigung oder Industrie → Werma Standard-PU. 2. **Lebensdauer kalkulieren:** Score-Bezüge halten erfahrungsgemäß 4–6 Jahre, Werma-Bezüge 2–4 Jahre bei täglicher Desinfektion. Ersatzbezug Score ca. 90 €, Werma ca. 55 €. 3. **Farbcodierung nutzen:** Beide Hersteller bieten 8–12 Farboptionen. In Großpraxen können Sie so Hygienezonen kennzeichnen (z. B. Blau = Behandlung, Grau = Labor).

ESD-Tauglichkeit und Ableitwiderstand

In der Elektronikfertigung, bei der Montage von Leiterplatten oder in explosionsgefährdeten Bereichen (ATEX-Zone) ist elektrostatische Entladung (ESD) kritisch. Die Norm IEC 61340-5-1 fordert einen Ableitwiderstand zwischen Sitzfläche und Erdpotential von 10⁶ bis 10⁹ Ohm. Werma bietet für nahezu alle Sattelhocker-Modelle eine ESD-Ausführung: leitfähige Rollen (schwarz markiert), leitfähiger PU-Bezug und eine Erdungslasche am Fußkreuz. Der Systemwiderstand liegt laut Messprotokoll bei 2,3 × 10⁷ Ohm (gemessen nach DIN EN 61340-5-1, Anhang A). Aufpreis für die ESD-Variante: rund 60–80 Euro.

Score führt ebenfalls ESD-Modelle (z. B. *Score Ergo ESD*), allerdings ist die Verfügbarkeit im Standardsortiment geringer. Der Ableitwiderstand bewegt sich im Bereich 5 × 10⁶ bis 8 × 10⁸ Ohm, ebenfalls konform. Aufpreis hier: 90–120 Euro. In der Praxis zeigt sich: Werma hat durch die enge Verzahnung mit der Industrie-Sitzmöbel-Sparte kürzere Lieferzeiten für ESD-Zubehör (Erdungskabel, Nachrüstsets).

**Faustformel ESD-Investition:** Ein defektes Bauteil durch ESD kostet in der Halbleiter-Montage durchschnittlich 12–40 Euro Ausschuss plus Nacharbeit. Bei drei vermiedenen Ausfällen pro Jahr hat sich der ESD-Aufpreis von 70 Euro bereits amortisiert – günstiger als eine einzige Reklamation.

Preis-Leistungs-Verhältnis und Total Cost of Ownership

Score-Sattelhocker starten bei etwa 450 Euro (*Score Classic*) und erreichen bei vollausgestatteten Modellen mit Synchron-Mechanik, Armlehnen und nahtfreiem Bezug bis zu 850 Euro (*Score Medical 100 Sync*). Die durchschnittliche Nutzungsdauer in Praxen beträgt laut Rückmeldungen 7–9 Jahre. Ersatzteile (Gasfedern, Rollen, Bezüge) sind über Fachhändler gut verfügbar; eine Gasfeder kostet ca. 35 Euro, Rollen (Satz à 5) ca. 45 Euro.

Werma-Modelle beginnen bei 280 Euro (*Werma Basic Saddle*) und reichen bis 650 Euro (*Werma ESD Comfort Plus* mit optionaler Lordosenstütze). Die Nutzungsdauer liegt erfahrungsgemäß bei 5–7 Jahren. Ersatzteile sind direkt beim Hersteller oder über Industriebedarf-Händler erhältlich; Gasfeder ca. 28 Euro, Rollen ca. 32 Euro.

**Total Cost of Ownership (TCO) über 6 Jahre bei 220 Arbeitstagen/Jahr:**

| Position | Score (Mittelklasse 620 €) | Werma (Mittelklasse 480 €) | |----------|----------------------------|----------------------------| | Anschaffung | 620 € | 480 € | | Bezugswechsel (1× nach 4 J.) | 90 € | 55 € | | Gasfeder-Tausch (1×) | 35 € | 28 € | | Rollen-Tausch (1×) | 45 € | 32 € | | **Summe** | **790 €** | **595 €** | | **Kosten/Tag** | **0,60 €** | **0,45 €** |

Die Differenz von 15 Cent pro Arbeitstag summiert sich über sechs Jahre auf 195 Euro. Ob dieser Mehrbetrag gerechtfertigt ist, hängt von zwei Faktoren ab: **Sitzzeit** und **Hygieneanforderung**. Bei > 5 h/Tag und täglicher Wischdesinfektion sprechen Komfortgewinn und längere Bezugslebensdauer für Score. Bei wechselnden Nutzern, < 4 h/Tag und moderaten Hygieneansprüchen ist Werma wirtschaftlicher.

Verfügbarkeit, Lieferzeiten und Service

Score arbeitet in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit einem Netz von rund 40 Fachhändlern (Dental-Depot, Laborbedarf, Büromöbel-Fachgeschäfte). Standardmodelle sind meist ab Lager lieferbar (3–7 Werktage), Sonderanfertigungen (z. B. Spezielle Sitzhöhe, individuelle Farbabstimmung) benötigen 4–6 Wochen. Der Hersteller bietet eine 5-Jahres-Garantie auf Mechanik und Gasfeder, 2 Jahre auf Bezüge. Technischer Support erfolgt per E-Mail und Telefon (niederländisch, englisch, deutsch); Reparaturen werden über autorisierte Servicepartner abgewickelt.

Werma vertreibt überwiegend direkt sowie über Industriebedarf-Kataloge (Hoffmann Group, Berner, Würth). Lieferzeit für Lagerware: 2–5 Werktage, für ESD-Varianten 1–3 Wochen. Die Garantie umfasst 3 Jahre auf Mechanik, 1 Jahr auf Bezüge. Support läuft zentral über die Firmenzentrale in Rietheim-Weilheim (deutsch); Ersatzteilversand erfolgt meist innerhalb von 48 Stunden.

**Service-Vergleich:**

- **Score:** Längere Garantie, breiteres Händlernetz, aber teils längere Wartezeiten bei Spezialteilen. - **Werma:** Schneller Ersatzteilversand, direkter Herstellerkontakt, kürzere Garantie auf Verschleißteile.

Einsatzszenarien: Wer profitiert wovon?

**Zahnarztpraxis (3 Behandlungsräume, 2 Zahnärzte, 1 Prophylaxe-Assistenz):** Hier ist Score die bessere Wahl. Die Synchron-Mechanik unterstützt den häufigen Haltungswechsel zwischen Behandlung am Oberkiefer (aufrechte Sitzposition) und Unterkiefer (vorgebeugt). Nahtfreie Bezüge erfüllen die RKI-Vorgaben und lassen sich in der Mittagspause schnell desinfizieren. Die höhere Investition amortisiert sich durch geringere Ausfallzeiten (weniger Rückenbeschwerden) und längere Bezugslebensdauer.

**Zahntechnisches Labor (5 Arbeitsplätze, Modellation und Keramik):** Auch hier liegt Score vorn, insbesondere bei Arbeitsgängen unter dem Mikroskop (Modellation, Verblendung). Die zweigeteilte Sattelfläche entlastet das Steißbein bei langen Sitzperioden. Allerdings kann für reine Gips- und Polierbereiche, wo häufig gewechselt wird und Verschmutzung hoch ist, ein preiswerterer Werma-Hocker als Zweitlösung sinnvoll sein.

**Elektronik-Fertigung (Leiterplatten-Bestückung, ESD-Zone):** Werma ist die kosteneffizientere und schneller verfügbare Lösung. Die ESD-Zertifizierung ist ab Werk verfügbar, der solidee PU-Bezug verträgt mechanische Beanspruchung durch Werkzeuge oder Bauteile. Bei drei Schichten und wechselnden Nutzern ist die einfache Toplift-Mechanik wartungsärmer als eine Synchron-Mechanik.

**Kfz-Werkstatt (Diagnose, Reifenmontage, Inspektion):** Werma punktet mit Standfestigkeit und Reinigungsfreundlichkeit gegenüber Öl und Bremsflüssigkeit. Die niedrigere Anschaffungskosten erlauben die Ausstattung mehrerer Arbeitsplätze. Für ergonomisch anspruchsvolle Tätigkeiten (z. B. Innenraumreparatur, Armaturenbrett-Demontage) kann ein Score-Hocker am Hauptarbeitsplatz des Meisters dennoch lohnen.

Nachhaltigkeit und Recyclingfähigkeit

Score gibt an, dass 85 % der Materialien (Aluminium-Fußkreuz, Stahlgestell, PU-Schaum) recycelbar sind. Alte Hocker können über das Rücknahmeprogramm *Score ReUse* zurückgegeben werden; der Hersteller übernimmt bei Neukauf (ab 5 Stück) die Entsorgungskosten. Die Produktion in den Niederlanden erfolgt nach ISO 14001 (Umweltmanagement).

Werma setzt auf regionale Fertigung in Deutschland, was Transportwege verkürzt. Der Recycling-Anteil liegt bei etwa 80 %. Ein formelles Rücknahmeprogramm existiert nicht, jedoch arbeitet Werma mit regionalen Entsorgungsfachbetrieben zusammen. Gasfedern und Rollen lassen sich separat entsorgen und gelangen über Schrotthandel in den Stoffkreislauf.

**Nachhaltigkeits-Faustformel:** Lange Nutzungsdauer schlägt Recyclingquote. Ein Score-Hocker, der 9 Jahre hält, ist ökologisch sinnvoller als ein Werma-Hocker, der nach 5 Jahren ersetzt werden muss – selbst wenn die Recyclingquote identisch wäre.

Normkonformität und Zertifizierungen

Beide Hersteller erfüllen die europäische Bürostuhl-Norm DIN EN 1335 (Büromöbel – Bürodrehstuhl), die Anforderungen an Standsicherheit, Festigkeit und Dauerhaltbarkeit definiert. Score verweist zusätzlich auf Tests nach ISO 14971 (Risikomanagement für Medizinprodukte), da einige Modelle in OP-nahen Bereichen eingesetzt werden. Werma führt für ESD-Modelle Prüfprotokolle nach IEC 61340-5-1 mit und lässt Belastungstests durch die LGA Nürnberg durchführen (GS-Zeichen).

Wichtig: Sattelhocker gelten in der Regel **nicht** als Medizinprodukt im Sinne der MDR (EU 2017/745), es sei denn, sie werden vom Hersteller explizit für therapeutische Zwecke ausgelobt. Beide Anbieter verzichten auf diese Einstufung und deklarieren ihre Hocker als ergonomische Arbeitsstühle.

Fazit: Welcher Sattelhocker lohnt sich für Sie?

Score und Werma bedienen unterschiedliche Schwerpunkte, die sich nicht durch „besser" oder „schlechter", sondern durch **Passung zum Anforderungsprofil** unterscheiden lassen.

**Entscheiden Sie sich für Score, wenn:**

- Sie täglich > 5 Stunden auf dem Hocker arbeiten und häufig die Sitzposition wechseln (Synchron-Mechanik). - Hygiene-Anforderungen hoch sind (RKI-Richtlinie, tägliche Wischdesinfektion) und nahtarme oder nahtfreie Bezüge gefordert werden. - Die Investition über 7–9 Jahre verteilt werden kann und Komfortgewinn sowie geringere Bezugs-Wechselkosten die höhere Anschaffung rechtfertigen. - Sie Wert auf ein breites Händlernetz und lange Garantiezeiten legen.

**Entscheiden Sie sich für Werma, wenn:**

- Mehrere Nutzer im Schichtbetrieb denselben Hocker verwenden (einfache Mechanik, solide). - ESD-Tauglichkeit gefordert ist und kurze Lieferzeiten sowie gute Ersatzteil-Verfügbarkeit entscheidend sind. - Das Budget eng ist und Sie lieber mehrere Arbeitsplätze ausstatten möchten, statt in Einzellösungen zu investieren. - Mechanische Beanspruchung (Werkstatt, Produktion) im Vordergrund steht und Hygiene-Anforderungen moderat sind.

**Hybrid-Strategie für größere Betriebe:** Kombinieren Sie beide Systeme. Statten Sie Arbeitsplätze mit langen Sitzzeiten und hohen Hygiene-Ansprüchen mit Score aus (z. B. Behandlungszimmer, Modellationsbereich), während Sie für Neben- und Wechselarbeitsplätze auf Werma setzen (z. B. Gipsraum, Versand, Qualitätskontrolle). So optimieren Sie Kosten und Ergonomie parallel.

Beide Hersteller liefern solide, normkonforme Sattelhocker. Die Entscheidung hängt weniger von Markennamen als von Ihrer täglichen Arbeitsrealität ab: Sitzzeit, Nutzerzahl, Hygieneprotokoll und Budget. Nutzen Sie die Tabellen und Faustformeln in diesem Vergleich, um Ihre Anforderungen zu gewichten – dann wird die Wahl zwischen Score und Werma zur rationalen Investitionsentscheidung statt zum Bauchgefühl.

Häufige Fragen

Kann ich einen Score-Hocker nachträglich mit ESD-Ausstattung nachrüsten?

Ja, Score bietet Nachrüstsets mit leitfähigen Rollen und Erdungslasche für etwa 110–140 Euro an. Der Bezug muss jedoch bereits ab Werk ESD-fähig sein (leitfähiges PU). Ein nachträglicher Bezugstausch kostet zusätzlich ca. 130 Euro. Wirtschaftlicher ist die Bestellung der ESD-Variante direkt beim Erstkauf.

Wie oft muss ich die Gasfeder bei täglicher Nutzung tauschen?

Bei normalem Gebrauch (3–5 Höhenverstellungen pro Tag, max. Belastung beachtet) halten Gasfedern von Score und Werma 5–7 Jahre. Bei sehr häufigem Verstellen (> 10×/Tag) oder Überlastung kann ein Tausch nach 3–4 Jahren nötig werden. Anzeichen: Der Hocker sinkt im Sitzen langsam ab. Eine neue Gasfeder kostet 28–35 Euro und ist in 10 Minuten selbst getauscht.

Welcher Sattelhocker eignet sich für Anwender über 110 kg Körpergewicht?

Score gibt für alle Modelle 120 kg Maximalbelastung an, Werma 110 kg. Für Anwender über 110 kg empfehlen wir Score-Modelle mit verstärktem Fußkreuz (Aluminium statt Kunststoff) und eine Gasfeder der Klasse 4 (erhältlich als Sonderausstattung). Achten Sie zudem auf eine breite Sattelfläche (min. 38 cm), um die Last besser zu verteilen.

Sind Sattelhocker für Personen mit Hüftproblemen geeignet?

Das hängt von der Art der Beschwerden ab. Die gespreizten Beine im Sattelsitz können bei Hüftarthrose oder Schleimbeutelentzündung ungünstig sein. Lassen Sie sich vor dem Kauf von einem Betriebsarzt oder Ergonomie-Berater beraten. Alternativ bieten beide Hersteller Modelle mit weniger stark abfallender Sitzfläche (Semi-Sattel), die eine geschlossenere Beinhaltung erlauben.

Kann ich Werma-Hocker auch für zahnärztliche Anwendungen nutzen?

Grundsätzlich ja, wenn die Hygiene-Anforderungen moderat sind (z. B. allgemeinmedizinische Praxis, Prophylaxe ohne invasive Eingriffe). Bei täglicher Wischdesinfektion zeigt das Standard-PU von Werma jedoch nach 18–24 Monaten erste Verschleißspuren. Für chirurgische oder parodontologische Behandlungen mit strengen RKI-Vorgaben sind Score-Modelle mit nahtfreien Bezügen die sicherere Wahl.

Wie ermittle ich die richtige Sitzhöhe für meinen Arbeitsplatz?

Stellen Sie den Hocker so ein, dass Ihre Oberschenkel leicht nach unten abfallen (ca. 5–10° Neigung) und Ihre Füße vollflächig den Boden berühren. Der Arbeitstisch sollte auf Ellenbogenhöhe liegen (im Sitzen gemessen). Faustformel: Körpergröße in cm × 0,32 = ungefähre Sitzhöhe in cm. Bei 175 cm Körpergröße ergibt das ca. 56 cm. Score und Werma decken mit ihren Standardmodellen 45–62 cm ab, für sehr große Personen gibt es High-Varianten bis 80 cm.

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Lena Hartmann·Ergonomie-Beraterin
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