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Vergleich · 7 Min.

Bimos Neon oder Werma Easy im Vergleich

von Rosaly Berger · Ergonomie-Beraterinaktualisiert 30.5.2026
Stand: aktualisiert 30.05.2026Hersteller-Specs + Käufer-KonsensSo testen wir →
Zusammenfassung

Bimos Neon und Werma Easy anhand echter Katalogdaten verglichen: Verstellbereich, Rückenlehne und passender Einsatzbereich.

Verstellbereich und Körpergröße

Der [Bimos Neon](/go/bimos-neon-006?src=artikel-bimos-vs-werma-sattelhocker) deckt eine Sitzhöhe von 47 bis 68 Zentimetern ab und eignet sich damit für einen größeren Bereich unterschiedlicher Körpergrößen, etwa wenn mehrere Personen im Schichtbetrieb denselben Hocker nutzen. Der [Werma Easy](/go/werma-easy-004?src=artikel-bimos-vs-werma-sattelhocker) deckt mit 44 bis 56 Zentimetern einen engeren, tieferen Bereich ab, der vor allem für kleinere bis mittlere Körpergrößen und niedrigere Arbeitsflächen passt.

In der Praxis bedeutet das: Wenn Sie eine Körpergröße von etwa 1,60 bis 1,85 Meter haben und an Standard-Werkbänken oder Behandlungstischen arbeiten, kommen beide Modelle grundsätzlich infrage. Nutzen Sie jedoch besonders hohe Arbeitsflächen oder sind Sie größer als 1,85 Meter, stößt der Werma Easy schnell an seine Grenzen. Umgekehrt kann bei sehr niedrigen Arbeitshöhen – etwa bei Tätigkeiten an niedrigen Behandlungsstühlen oder speziellen Werkstatttischen – der Werma Easy die bessere Ausgangsposition bieten.

Bevor Sie sich entscheiden, lohnt sich ein Blick in unseren [Sitzhöhen-Rechner](/de/rechner/sitzhoehe), der die passende Spanne anhand Ihrer Körpergröße und Tischhöhe ermittelt. Die richtige Sitzhöhe ist keine Geschmacksfrage, sondern entscheidend für eine ergonomische Haltung: Sitzen Sie zu niedrig, verkrampfen Schultern und Nacken. Sitzen Sie zu hoch, fehlt der stabile Bodenkontakt, und die Beine können nicht ausreichend stützen.

Rückenlehne: ja oder nein

Ein zentraler Unterschied ist die Rückenlehne. Der Bimos Neon ist mit Lehne ausgestattet und zusätzlich mit einem Memory-Polster versehen, das sich der Sitzposition anpasst. Für Tätigkeiten mit gelegentlichen längeren Sitzphasen oder für Nutzer, die eine Rückenlehne als Sicherheit schätzen, ist das ein spürbarer Komfortvorteil. Die Lehne stützt den unteren Rückenbereich, ohne die Bewegungsfreiheit komplett einzuschränken. Wer beispielsweise abwechselnd feine Handarbeiten ausführt und zwischendurch Dokumentation am Rechner erledigt, kann sich kurz anlehnen, ohne die Position grundlegend zu wechseln.

Der Werma Easy kommt als reiner Einsteigerhocker ohne diese Zusatzausstattung, was ihn leichter und im Auftritt schlichter macht. Das reduzierte Design hat auch Vorteile: Der Hocker lässt sich schneller unter den Tisch schieben, nimmt weniger Platz weg und zwingt den Nutzer, aktiver zu sitzen. Für kurze, wechselnde Tätigkeiten oder wenn Sie ohnehin häufig aufstehen, kann ein Hocker ohne Lehne die praktischere Lösung sein. Ohne Rückenlehne bleibt die Rumpfmuskulatur stärker gefordert, was bei kurzen Sitzphasen durchaus erwünscht ist.

Überlegen Sie sich vor der Anschaffung ehrlich, wie lange Sie tatsächlich am Stück sitzen: Bei weniger als 30 Minuten durchgehend reicht ein schlichter Hocker meist völlig aus. Bei mehreren Stunden täglich wird die Lehne zum echten Entlastungsfaktor.

Preis und Einsatzzweck

Der Werma Easy ist als günstiges Einstiegsmodell positioniert. Er eignet sich, um herauszufinden, ob ein Sattelhocker grundsätzlich zu Ihrer Arbeitsweise passt, oder für Nebenarbeitsplätze mit geringerer täglicher Nutzungsdauer. Typische Einsatzorte sind beispielsweise der zweite Arbeitsplatz in der Werkstatt, der nur stundenweise genutzt wird, oder der Hocker am Packtisch, an dem täglich nur kurze Tätigkeiten anfallen.

Der Bimos Neon ist als Klassiker mit höherwertiger Polsterung eher für den dauerhaften, täglichen Einsatz gedacht, etwa als Hauptarbeitsplatz in Praxis oder Werkstatt. Die Investition in ein höherwertiges Modell lohnt sich vor allem dann, wenn der Hocker täglich mehrere Stunden im Einsatz ist und über Jahre hinweg zuverlässig funktionieren soll. Höherwertige Polsterung bedeutet in der Regel nicht nur mehr Komfort, sondern auch längere Haltbarkeit: Das Material ermüdet langsamer, Druckstellen bilden sich weniger schnell, und die Formstabilität bleibt länger erhalten.

Wer unsicher ist, ob ein Sattelhocker die richtige Wahl ist, fährt mit dem Werma Easy als Testmodell besser. Sollte sich herausstellen, dass die Sitzform nicht passt, ist der finanzielle Verlust überschaubar. Umgekehrt gilt: Wer bereits weiß, dass Sattelhocker die bevorzugte Sitzform sind, spart langfristig durch die Anschaffung eines solideren Modells wie dem Bimos Neon.

Polsterung und Material

Die Qualität der Polsterung zeigt sich oft erst nach Wochen regelmäßiger Nutzung. Einfache Schaumstoffe verdichten sich schnell, wodurch die Sitzfläche härter wird und der ursprüngliche Komfort nachlässt. Das Memory-Polster des Bimos Neon ist darauf ausgelegt, auch nach längerem Gebrauch seine Form weitgehend zu behalten und sich bei jeder Nutzung erneut anzupassen.

Achten Sie beim Werma Easy darauf, dass die einfachere Polsterung eventuell schneller nachgibt. Das muss kein Nachteil sein, wenn der Hocker ohnehin nur gelegentlich genutzt wird. Bei täglicher Nutzung über mehrere Stunden kann jedoch nach einigen Monaten eine spürbare Verhärtung eintreten, die den Sitzkomfort beeinträchtigt.

Der Bezug spielt ebenfalls eine Rolle: Kunstlederbezüge lassen sich leichter abwischen und desinfizieren, können aber bei längerem Sitzen zu Wärmestau führen. Stoffbezüge sind atmungsaktiver, nehmen jedoch Flüssigkeiten schneller auf und sind schwieriger zu reinigen. Prüfen Sie vor dem Kauf, welche Bezugsoptionen verfügbar sind und ob diese zu Ihren Hygieneanforderungen passen.

Mobilität und Standfestigkeit

Beide Modelle verfügen über Rollen, die Mobilität am Arbeitsplatz ermöglichen. Dennoch gibt es Unterschiede in der Handhabung: Der Bimos Neon ist aufgrund der Rückenlehne etwas schwerer und massiver, was ihm eine stabilere Standfestigkeit verleiht, ihn aber auch weniger wendig macht. Der Werma Easy lässt sich schneller verschieben und ist einfacher zu handhaben, wenn Sie häufig zwischen verschiedenen Arbeitsbereichen wechseln.

In engen Arbeitsumgebungen – etwa in kleinen Behandlungsräumen oder schmalen Werkstattnischen – kann die kompakte Bauweise des Werma Easy ein entscheidender Vorteil sein. Der Bimos Neon benötigt durch die Lehne etwas mehr Raum und eignet sich besser für Arbeitsplätze mit ausreichend Bewegungsfläche.

Prüfen Sie auch die Qualität der Rollen: Harte Rollen eignen sich für Teppichböden, weiche Rollen für harte Böden wie Fliesen oder Laminat. Falsche Rollen können den Boden beschädigen oder das Verschieben erschweren. Diese Information sollten Sie beim Fachhändler erfragen, da sie in den Produktbeschreibungen nicht immer klar angegeben ist.

Was beide gemeinsam haben

Beide Modelle sind Sattelhocker mit höhenverstellbarer Sitzfläche für den professionellen Einsatz. Achten Sie bei der Anschaffung für den betrieblichen Einsatz generell darauf, dass Sitzmöbel den Grundanforderungen der DIN EN 1335 an Stabilität und Verstellbarkeit entsprechen. Fragen Sie im Zweifel beim Fachhändler oder direkt beim Hersteller nach den technischen Datenblättern, insbesondere wenn Sie besondere Anforderungen wie Desinfektionsmittelbeständigkeit oder ESD-Schutz haben.

Für ESD-Bereiche führen wir mit dem [Salli MultiAdjuster](/go/salli-multiadjuster-005?src=artikel-bimos-vs-werma-sattelhocker) ein Modell, das explizit als ESD-fähig ausgewiesen ist. Weder Bimos Neon noch Werma Easy sind in unserem Katalog mit einer ESD-Zertifizierung gelistet.

Beide Hocker setzen auf die charakteristische Sattelform, die das Becken leicht nach vorne kippt und eine aufrechtere Haltung fördert. Diese Sitzform ist gewöhnungsbedürftig und nicht für jeden geeignet. Manche Nutzer empfinden die gespreizten Beine als unangenehm oder ungewohnt, andere schätzen genau diese offene Sitzposition als entlastend für den Rücken.

Praktischer Tipp vor dem Kauf

Testen Sie, wenn möglich, beide Modelle mindestens 15 bis 20 Minuten am Stück. Ein kurzer Stehtest im Laden reicht nicht aus, um Druckstellen zu erkennen. Führen Sie während des Tests typische Bewegungen Ihrer Arbeit aus: Beugen Sie sich nach vorne, drehen Sie sich zur Seite, greifen Sie nach Werkzeugen oder Instrumenten. Nur so merken Sie, ob die Sitzfläche auch bei Bewegung komfortabel bleibt oder ob Kanten einschneiden.

Prüfen Sie außerdem, ob Bezug und Polster für Ihre Reinigungs- und Hygieneanforderungen geeignet sind, etwa wenn Sie regelmäßig mit Flächendesinfektion arbeiten. Klären Sie das im Zweifel direkt mit dem Hersteller, da sich Bezugsmaterialien und Pflegehinweise ändern können. Manche Desinfektionsmittel greifen bestimmte Kunststoffe oder Bezüge an und können zu Rissen, Verfärbungen oder vorzeitigem Verschleiß führen.

Achten Sie auch auf die Verfügbarkeit von Ersatzteilen: Lassen sich Rollen, Gasfeder oder Bezüge nachkaufen? Ein Hocker, bei dem kleine Verschleißteile einfach ersetzt werden können, hat eine deutlich längere Lebensdauer als ein Modell, das bei defekter Gasfeder komplett entsorgt werden muss.

Wann lohnt sich ein Blick auf andere Modelle?

Falls Ihnen beide Modelle nicht vollständig zusagen, gibt es Gründe, auch andere Sattelhocker in Betracht zu ziehen. Benötigen Sie einen besonders großen Verstellbereich, weil der Arbeitsplatz von sehr unterschiedlich großen Personen genutzt wird, lohnt sich ein Modell mit erweitertem Höhenbereich. Arbeiten Sie in einem ESD-Bereich, ist ein zertifiziertes Modell wie der bereits erwähnte [Salli MultiAdjuster](/go/salli-multiadjuster-005?src=artikel-bimos-vs-werma-sattelhocker) unumgänglich.

Für Nutzer mit Rückenproblemen oder besonderen ergonomischen Anforderungen kann ein Sattelhocker mit geteilter Sitzfläche interessant sein. Diese Modelle erlauben eine noch offenere Hüftstellung und entlasten den Beckenbodenbereich stärker. Allerdings sind solche Spezialmodelle deutlich teurer und erfordern eine längere Eingewöhnungsphase.

Fazit

Der Werma Easy ist die richtige Wahl, wenn Sie günstig in Sattelhocker einsteigen oder einen Nebenarbeitsplatz ausstatten wollen. Er bietet die grundlegende Sattelform zu einem zugänglichen Preis, verzichtet aber auf Komfortmerkmale wie Rückenlehne und hochwertige Polsterung. Für gelegentliche Nutzung, kurze Sitzphasen oder als Testmodell ist er eine solide Lösung.

Der Bimos Neon lohnt sich, wenn Sie täglich mehrere Stunden sitzen, eine Rückenlehne schätzen und in ein Modell mit höherwertiger Polsterung investieren möchten. Die Rückenlehne mit Memory-Polster und der erweiterte Verstellbereich machen ihn zur besseren Wahl für den dauerhaften Hauptarbeitsplatz. Die höhere Anfangsinvestition amortisiert sich durch längere Haltbarkeit und besseren Sitzkomfort bei intensiver Nutzung.

Für spezielle Anforderungen wie einen größeren Verstellbereich oder ESD-Schutz lohnt sich ein Blick auf die weiteren Modelle in unserem [Sattelhocker-Konfigurator](/de/konfigurator). Dort können Sie gezielt nach Ausstattungsmerkmalen filtern und das Modell finden, das exakt zu Ihren Anforderungen passt.

Häufige Fragen

Welches der beiden Modelle hat eine Rückenlehne?

Der Bimos Neon ist mit Rückenlehne und Memory-Polster ausgestattet. Der Werma Easy ist als reiner Einsteigerhocker ohne Lehne konzipiert.

Für welche Körpergröße eignet sich welches Modell?

Der Bimos Neon deckt eine Sitzhöhe von 47 bis 68 Zentimetern ab, der Werma Easy von 44 bis 56 Zentimetern. Nutzen Sie unseren Sitzhöhen-Rechner, um die passende Spanne für Ihre Körpergröße zu ermitteln.

Ist einer der beiden Hocker ESD-fähig?

Nein, weder Bimos Neon noch Werma Easy sind in unserem Katalog als ESD-fähig ausgewiesen. Für EPA-Bereiche führen wir mit dem Salli MultiAdjuster ein Modell mit ausgewiesener ESD-Fähigkeit.

Welches Modell ist die günstigere Wahl?

Der Werma Easy ist als preisgünstiges Einsteigermodell positioniert. Aktuelle Preise beider Modelle finden Sie in unserem Konfigurator.

Kann ich beide Modelle vor dem Kauf testen?

Fragen Sie bei Ihrem Fachhändler nach einer Testmöglichkeit. Ein kurzer Stehtest reicht nicht aus, planen Sie mindestens 15 bis 20 Minuten Probesitzen ein.

Welche Norm sollte ich bei der Anschaffung im Blick haben?

Für professionelle Sitzmöbel ist die DIN EN 1335 der grundlegende Bezugspunkt für Stabilität und Verstellbarkeit. Fragen Sie im Zweifel beim Hersteller nach dem technischen Datenblatt.

Drei Hocker für drei Budgets

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Rosaly Berger·Ergonomie-Beraterin
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